Social und Mobile Recruiting – zwischen Hype und realen Ansätzen

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Unternehmen sollten bei neuen Recruitingkanälen ihre Hausaufgaben machen
Von Frank Schabel

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Aus dem Privatleben sind Social Media und Smartphones nicht mehr wegzudenken. Auch in der Arbeitswelt beeinflussen sie die Art, wie wir kommunizieren. Aber gilt dies auch für die Rekrutierung?

Bei allem Hype rund um Social Media und die digitalen Disruptionen, in denen wir uns bewegen: In der Gegenwart rekrutieren Unternehmen meist noch auf klassische Art und Weise. Nach wie vor stellen, wie auch aktuelle empirische Erhebungen von Hays für den HR-Report zeigen, die Online-Jobportale und die eigene Website die wichtigsten Kanäle dar. Trotzdem gewinnen die neuen Rekrutierungswege Social Media und mobile Apps mehr und mehr an Gewicht. Aber ein flächendeckender Durchbruch steht noch aus. Um mehr auf soziale Kanäle und mobile Rekrutierungsansätze zu setzen, müssten in vielen Unternehmen zuerst einige fundamentale Hausaufgaben gerade in Sachen IT-Infrastruktur erledigt werden, so der Tenor in einer Diskussion auf dem 6. Deutschen Human Resources Summit in Frankfurt. Dazu gehöre es, beide nahtlos in die bereits bestehende Rekrutierungslandschaft einzubetten und dabei für integrierte Prozesse von A bis Z zu sorgen. Wichtig sei es zudem, jenseits des Kanals, über den sich Bewerber melden, für einen einfachen und nachvollziehbaren Prozess zu sorgen. Vieles sei derzeit noch zu kompliziert und aufwendig für Bewerber, geschweige denn transparent. In einer „Candidate Journey“ müssten alle Prozesse, die in der Bewerbung anfallen, aus Sicht des Bewerbers analysiert und danach entsprechend verbessert werden.

Derzeit werde noch viel zu viel aus der Binnenperspektive und unter der Frage betrachtet, was für das suchende Unternehmen intern am besten funktioniert. Und bei aller Diskussion um die Nutzung neuer Rekrutierungslösungen: Entscheidend bleibe, dass sich Unternehmen darüber im Klaren seien, welche Ziele sie in der Rekrutierung verfolgen. Hierzu gehöre vor allem die Entscheidung, welche Zielgruppen als mögliche neue Mitarbeiter angesprochen werden sollen. Erst wenn dies strategisch festgelegt sei, stehe die Frage an, über welchen Kanal diese Zielgruppe am besten erreicht werde.

Natürlich stünden gerade junge Bewerber aus den Generationen Y und Z diesen neuen Wegen und Tools sehr viel aufgeschlossener gegenüber. Sie erwarteten geradezu, dass Unternehmen Bewerbungen direkt über das Smartphone ermöglichen und über Social-Media-Plattformen einen tieferen Einblick in das soziale Geschehen des Unternehmens gewähren. Daher dürften Unternehmen nicht den anfahrenden Zug verschlafen, gerade wenn sie neue Mitarbeiter aus den jungen Generationen gewinnen möchten.
Frank Schabel
Head of Marketing/Corporate Communications Hays AG
frank.schabel@hays.de
www.hays.de